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Liebesbetrug erkennen: So funktioniert Romance Scam

Beim Liebesbetrug spielen Täter Gefühle vor, um an Geld zu kommen. Hier erfährst du, wie die Masche abläuft, an welchen Zeichen du sie erkennst und was du tun kannst, wenn es dich getroffen hat.

Liebesbetrug erkennen: Titelgrafik mit Herz-Symbol

Von der Redaktion SexdatingSchweiz ·

Was ist Liebesbetrug?

Die Schweizerische Kriminalprävention beschreibt den Romance Scam als digitale Form des Heiratsschwindels. Betrüger legen gefälschte Profile in sozialen Netzwerken und auf Partnerbörsen an, spielen anderen Menschen Verliebtheit vor und wollen am Ende Geld. Auf Deutsch spricht man von Liebesbetrug oder Love Scam.

Auf Sexdating-Plattformen sieht die Masche oft etwas anders aus als auf klassischen Partnerbörsen. Statt von der grossen Liebe ist dort eher von einem schnellen Treffen die Rede, das dann aus irgendeinem Grund nie zustande kommt. Das Ziel bleibt gleich: Vertrauen aufbauen und es dann zu Geld machen. Wer die typischen Schritte kennt, erkennt sie auch in neuer Verpackung.

Betroffen sind nicht nur einsame oder unerfahrene Menschen. Die Täter arbeiten geduldig, schreiben oft über Wochen und gehen auf alles ein, was ihr Opfer erzählt. Gerade weil die Gespräche so persönlich wirken, fällt es schwer, misstrauisch zu bleiben. Das ist keine Schwäche, sondern genau das, worauf die Masche gebaut ist.

So läuft die Masche ab

Nach der Beschreibung der Kriminalprävention kontaktiert die Täterschaft das Opfer mit einem gefälschten Profil. Nach ein paar Nachrichten behauptet die Person erstaunlich rasch, sich verliebt zu haben. Geht das Opfer darauf ein, folgen weitere Liebesschwüre, bis echte Gefühle entstanden sind, allerdings für ein Trugbild. Das Profil zeigt meist eine besonders attraktive Person mit einem Leben, das Eindruck machen soll. Die Kriminalprävention nennt als Beispiele einen kanadischen Top-Manager oder einen amerikanischen Soldaten im Ausland. Ist das Opfer ein heterosexueller Mann, zeigt das Profil eine sehr attraktive Frau. Wer tatsächlich hinter dem Profil steckt, bleibt verborgen.

Liebesbetrug erkennen: Nachrichten auf dem Handy kritisch lesen
Foto: unbekannt, CC0 1.0, via Openverse

Typisch ist auch, dass das Gespräch die Plattform schnell verlässt. Auf einer Dating-Plattform können Profile gemeldet und gesperrt werden. Auf einem privaten Messenger fehlt diese Kontrolle, und die Täter haben dich ganz für sich.

Irgendwann kommt die Bitte um Hilfe. Mal geht es um eine Notlage, mal um Reisekosten für das ersehnte Treffen, mal um Gebühren, die angeblich bezahlt werden müssen. Die Kriminalprävention nennt auch Bitten, Güter wie Mobiltelefone oder Geschenkkarten zu verschicken, Pakete entgegenzunehmen oder das eigene Konto zur Verfügung zu stellen.

Oft beginnt es mit kleinen Beträgen. Wer einmal gezahlt hat, bekommt bald die nächste Geschichte zu hören, und die Summen steigen. Je mehr schon geflossen ist, desto schwerer fällt es, sich den Betrug einzugestehen. Darum ist der beste Zeitpunkt zum Aussteigen immer die erste Bitte um Geld.

Die Geschichten sind oft gut gemacht. Es gibt Fotos, Dokumente, manchmal sogar angebliche Anrufe von Ärzten, Zollbeamten oder Anwälten. All das lässt sich fälschen. Entscheidend ist nicht, wie glaubwürdig die Geschichte klingt, sondern dass am Ende Geld von dir verlangt wird.

Warnzeichen auf einen Blick

Kein einzelnes Zeichen beweist einen Betrug. Wenn mehrere zusammenkommen, solltest du aber sehr vorsichtig sein:

Eine einfache Frage hilft, die die Kriminalprävention selbst vorschlägt: Weshalb sollte ein gut situierter, attraktiver Mensch ohne Bezug zu deinem Leben plötzlich ausgerechnet mit dir eine Fernbeziehung beginnen wollen? Auf Sexdating-Seiten lautet die Frage etwas anders: Warum braucht jemand, der dich angeblich unbedingt treffen will, zuerst Geld von dir?

Varianten: Anlagebetrug, Konto-Missbrauch und Folgebetrug

Die Kriminalprävention beschreibt mehrere Mischformen. Beim Anlagebetrug wird nach dem Flirt auf privaten Kanälen bald ein äusserst rentables Investment erwähnt, oft mit Kryptowährungen. Am Ende steht die Empfehlung für eine bestimmte Anlage-Website, die in Wahrheit eine Fälschung ist.

Liebesbetrug erkennen: lange Chats in der Nacht mit einem unbekannten Kontakt
Foto: Tomas Forgac, Public Domain Mark 1.0, via Openverse

Bei einer anderen Variante überreden die Täter ihre Opfer, das eigene Konto für Überweisungen oder die eigene Postadresse für Sendungen zur Verfügung zu stellen. Das Konto oder die Adresse wird dann für Geldwäscherei oder Hehlerei missbraucht. Die Kriminalprävention warnt, dass sich die Opfer dabei selbst strafbar machen können.

Besonders bitter ist der Folgebetrug. Wenn Betroffene nicht mehr zahlen wollen oder können, melden sich angebliche Firmen, Anwälte, Detekteien oder Behörden. Sie behaupten, den Betrüger gefasst zu haben und das Geld zurückholen zu können, natürlich gegen eine Gebühr. Auch das ist Betrug. Echte Behörden verlangen keine Vorauszahlung dafür, dass sie dir gestohlenes Geld zurückgeben.

So schützt du dich

Der wichtigste Grundsatz ist einfach: Schicke niemandem Geld, den du nicht im echten Leben kennst. Die Kriminalprävention rät, den Kontakt sofort abzubrechen, sobald Geld gefordert wird oder du Güter verschicken, Pakete annehmen oder dein Konto zur Verfügung stellen sollst. Werde misstrauisch, wenn auf einer Partnerbörse vor dem ersten Treffen schon von der grossen Liebe die Rede ist.

Liebesbetrug erkennen: ein Profil auf dem Handy prüfen, bevor du antwortest
Foto: Artem Beliaikin, CC0 1.0, via Openverse

Auf Sexdating-Plattformen hilft zusätzlich ein Video-Anruf vor dem Treffen und die Nutzung von Filtern für verifizierte Profile, sofern der Dienst sie anbietet. Welche Plattformen solche Funktionen nennen, steht in unseren Erfahrungsberichten, zum Beispiel zu JOYclub. Weitere Tipps für das erste Treffen findest du im Ratgeber Sicheres Sexdate.

Hilfreich ist auch, mit einer vertrauten Person über einen neuen Kontakt zu sprechen. Von aussen fallen Widersprüche oft schneller auf. Wenn du merkst, dass du einer Freundin oder einem Freund lieber nicht erzählen willst, worum dich dein Chatpartner gebeten hat, ist das bereits ein deutliches Warnsignal.

Prüfe Profilbilder bei Zweifeln mit einer umgekehrten Bildersuche. Tauchen die Fotos unter einem anderen Namen oder auf ganz anderen Websites auf, ist das Profil sehr wahrscheinlich gefälscht. Und halte private Daten wie Ausweiskopien, Bankangaben oder Passwörter grundsätzlich aus jedem Dating-Chat heraus, egal wie vertraut das Gespräch schon wirkt.

Wenn es dich getroffen hat

Mach dir keine Vorwürfe. Die Kriminalprävention schreibt ausdrücklich, dass die Polizei keine menschlichen Schwächen ahndet, sondern nach Kriminellen fahndet. Eine Anzeige kann helfen, andere mögliche Opfer zu schützen. Nimm dafür alle Informationen zum Betrug mit auf den Polizeiposten: Kontodaten, Telefonnummern, E-Mail-Adressen und Profilnamen.

Brich den Kontakt ab und zahle nichts mehr, auch nicht an Stellen, die versprechen, dein Geld zurückzuholen. Melde das Profil der Dating-Plattform, damit es gesperrt werden kann. Über die gemeinsame Plattform der Schweizer Polizeikorps kannst du ein Ereignis melden. Bei einer akuten Bedrohung wählst du die Polizei-Notrufnummer 117.

Hast du Geld überwiesen, kontaktiere sofort deine Bank. Je schneller sie Bescheid weiss, desto eher lässt sich eine Zahlung vielleicht noch aufhalten. Ändere ausserdem Passwörter, wenn du Zugangsdaten weitergegeben hast. Und sprich mit jemandem, dem du vertraust. Liebesbetrug trifft nicht nur das Konto, sondern auch das Herz, und dafür braucht es Zeit und Unterstützung.

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Häufige Fragen

Was ist ein Romance Scam?

Ein Liebesbetrug: Täter legen gefälschte Profile an, spielen Verliebtheit vor und wollen am Ende Geld. Die Schweizerische Kriminalprävention nennt es eine digitale Form des Heiratsschwindels.

Woran erkenne ich Liebesbetrug?

Typisch sind grosse Gefühle vor dem ersten Treffen, immer wieder verschobene Treffen, schneller Wechsel auf private Kanäle und Bitten um Geld, Geschenkkarten oder dein Konto.

Was ist Folgebetrug?

Nach einem Liebesbetrug melden sich angebliche Firmen, Anwälte oder Behörden, die das verlorene Geld gegen eine Gebühr zurückholen wollen. Auch das ist Betrug.

Kann ich mich strafbar machen?

Ja, wenn du dein Konto oder deine Postadresse für Geld oder Sendungen zur Verfügung stellst. Die Kriminalprävention warnt, dass Opfer damit für Geldwäscherei oder Hehlerei missbraucht werden.

Lohnt sich eine Anzeige?

Ja. Eine Anzeige kann andere mögliche Opfer schützen. Bring Kontodaten, Telefonnummern, E-Mail-Adressen und Profilnamen mit auf den Polizeiposten.